
Kontrollgebäude Flughafen München
Security firstNeue Kontrollgebäude auf dem Münchner Flughafen in OFRA Modulbauweise
Der zivile Luftverkehr ist spektakulären Terrorangriffen zum Trotz in den letzten Jahren dynamisch gewachsen. Neue Großraumflugzeuge wie der Airbus A 380 sollen dazu betragen, die wachsenden Passagierzahlen sicher und komfortabel zu bewältigen. Weltweit bemühen sich Sicherheitsexperten um die Lösung des Problems, das aus den wachsenden Passagierzahlen einerseits und der latenten Bedrohung des Luftverkehrs durch Anschläge erwächst. Zugleich gilt es auch, in das Flughafenpersonal eingeschleuste Täter frühzeitig zu erkennen, um verkehrsgefährdende Eingriffe zu verhindern.
Nach dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ verlangt eine neue EU-Verordnung die umfassende Kontrolle der Bediensteten eines Flughafens, um mögliche Risiken so gering wie möglich zu halten. So gilt es, schnell umfassende Vorsorgemaßnahmen zu treffen, die mögliche Gefahren ausschließen, zugleich aber auch die Abwicklung eines pünktlichen Luftverkehrs sicher zu stellen.
Mit diesem Ziel beschlossen das Europäische Parlament und der Europa Rat am 29. April 2004 eine europaweit gültige Verschärfung der gemeinsamen Vorschriften zur Sicherheit in der Zivilluftfahrt. Diese sieht vor, dass nur noch kontrollierte Personen und Fahrzeuge in den „Critical Part“, also die sicherheitsrelevanten Bereiche des jeweiligen Airports eingelassen werden dürfen.
Vorreiter München
Als einer der ersten Flughäfen in Europa hat der Flughafen München die neuen Vorschriften in die Praxis umgesetzt und spezielle Kontrollstellen für die Beschäftigten des Airports errichtet.
Insgesamt sechs Zweckbauten bieten Stellflächen für Röntgengeräte zur Prüfung mitgeführter Gegenstände und für Torsonden zur Personenüberprüfung. Außerdem umfasst die Anlage Überwachungsbildschirme und Technikbereiche sowie Sozialräume für das Sicherheitspersonal. Von jedem Gebäude werden zwei Zufahrten abgefertigt.
Modulbau schnell und kostengünstig
Die Flughafengesellschaft entschied sich dafür, die Bauwerke zeitsparend in Modulbauweise ausführen zu lassen. Deshalb beauftragte sie das Unternehmen OFRA mit der Ausführung. Die Beverunger Systembau-Spezialisten sind in Luftfahrtkreisen bekannt durch die Errichtung mehrerer Bauwerke für Airbus in Finkenwerder und die Flughafen Saarbrücken GmbH. Zudem war OFRA auf dem Flughafengelände in München bereits 2003 mit der Errichtung eines WC‑Pavillons beauftragt.
Die Größe der insgesamt sechs neu errichteten, nicht unterkellerten, eingeschossigen Kontrollgebäude wurde den aktuellen Raumanforderungen angepasst. Sie weisen alle die gleiche Breite von 4,28 m und eine identische Höhe von 3,50 m auf. Die zweimal ausgeführte kleinste Einheit misst 5,74 m in der Länge, die größte 20,88 m. Die Gesamtfläche der sechs Bauten beträgt 281,81 m². Die Modulbauweise ermöglichte eine sehr schnelle Fertigstellung innerhalb von nur neun Wochen. Weiterhin bietet sie durch das Fehlen tragender Wände die Möglichkeit, die Gebäudeaufteilung wie auch die Zuleitungen für die Geräteausstattung den sich möglicherweise einmal ändernden Nutzungserfordernissen anzupassen.
Bernhard Müller ist Projektleiter am Flughafen München im Bereich Neubauprojekte. Der erfahrene Architekt nennt die Vorteile des Systembaus bei der Bauausführung: "Die modulare Bauweise und der hohe Vorfertigungsgrad der von OFRA angelieferten Komponenten kam unserer Planung sehr entgegen. Sie ermöglichte uns die Realisierung des Projektes in einem sehr engen Zeitrahmen, der uns durch das Inkrafttreten der EU-Verordnung auferlegt wurde. Die Gebäude wurden termingerecht in den geforderten Qualitäten geliefert, so dass die Kontrollstellen nach Einbau der sicherheitsrelevanten Anlagen am 1.1.2006 in Betrieb gehen konnten."
Verglaste Türen und große Glasflächen in den Kontrollräumen bieten dem Personal eine sehr gute Übersicht über die Gebäudezugänge wie auch über die Fahrzeugschleusen im Außenbereich. Die Nebenräume bilden sich durch kleinere Fenster an der Fassade ab. Das Erscheinungsbild der Gebäude entspricht dem Gestaltungsduktus der Betriebsgebäude des Münchner Flughafens. So wurden die Fassaden mit Aluminium Wellprofilen bekleidet, die in einer abgerundeten Attika auslaufen und so den sechs Bauten einen eigenen Charakter verleihen.
Die Zufahrten zum „Critical Part“ wie auch die Fahrzeugschleusen und Kontrollgebäude werden von Membrandächern überspannt, um die Kontrollflächen vor Nässe zu schützen. Für die unverzichtbare Übersicht bei Nacht sorgen auf den Dächern der Gebäude installierte Scheinwerfer.
Damit entspricht die Flughafen München GmbH den aktuellen Kontroll-Standards der EU. Als einer der ersten Airports hat er die sicherungstechnischen und organisatorischen Voraussetzungen für eine reibungslose Passagier- und Frachtbeförderung geschaffen.
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